Die Pécs Pride, die einzige Pride außerhalb der Hauptstadt, wurde am 5. September von der Polizei verboten, ein Beschluss, der später vom ungarischen Obersten Gerichtshof (Kúria) bestätigt wurde, so die Menschenrechtsorganisation Hidden Colours. Da die Veranstaltung nicht von der Gemeinde, sondern von einer Privatperson organisiert wird, droht dem Veranstalter bis zu einem Jahr Gefängnis. Teilnehmer riskieren zudem hohe Bußgelder.
Das Verbot basiert auf einer Gesetzesänderung vom April dieses Jahres, die es den Behörden erlaubt, jede öffentliche Versammlung zu untersagen, die „Homosexualität oder Geschlechtervielfalt darstellt oder fördert“. Kritiker sehen hierin einen Verstoß gegen das europäische Recht und eine ernsthafte Beeinträchtigung grundlegender Rechte.
Trotzdem hat Rémy Bonny, Direktor von Forbidden Colours, angekündigt, an der verbotenen Demonstration teilzunehmen. Er bezeichnet dies als Akt der Solidarität und des politischen Drucks: „Wir dürfen Orbán nicht entscheiden lassen, wo Demokratie gilt und wo nicht. Wenn wir zulassen, dass dieses Regime das Versammlungsrecht kriminalisiert, gefährden wir die Zukunft der europäischen Demokratie.“
Menschenrechtsorganisationen fordern die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten auf, einzugreifen und die ungarische LGBTQ+-Gemeinschaft zu unterstützen. Auffällig ist, dass für denselben Tag fünf rechtsextreme Gegenproteste genehmigt wurden, was die Spannungen weiter verschärft.














