Neue Studie widerlegt Behauptung, dass die meisten trans Jugendlichen ihre Identität ‘ablegen’

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse haben eine häufig von konservativer Seite vorgebrachte Behauptung widerlegt, wonach die meisten trans Jugendlichen später nicht mehr als trans leben.

Die Studie mit dem Titel „Desistance: A multimethod review of the literature on gender identity variability in transgender and gender diverse youth“ wurde von Forschern der Virginia Commonwealth University durchgeführt. Der Begriff „Desistance“ beschreibt die Annahme, dass Kinder, die sich als trans identifizieren, nach der Pubertät wieder eine cisgeschlechtliche Identität annehmen.

Die im Fachjournal Psychology of Sexual Orientation and Gender Diversity veröffentlichte Arbeit reagiert auf einen vielzitierten Blogbeitrag aus dem Jahr 2016. Darin wurde behauptet, dass 60 bis 90 Prozent der Jugendlichen, die Unterstützung suchen, später „desistieren“. Laut der neuen Analyse ist diese Aussage jedoch nicht haltbar.

Die Forscher untersuchten elf der damals zitierten Studien sowie fünf neuere Arbeiten. Dabei zeigte sich, dass die Ergebnisse stark von der Interpretation der Daten abhängen. Schätzungen reichten von 0 bis 100 Prozent, was die Unzuverlässigkeit früherer Aussagen unterstreicht.

Zudem basierten viele ältere Studien auf kleinen Stichproben und stammen aus der Zeit vor 1990. Studienleiterin Catherine Wall betont die Bedeutung wissenschaftlicher Genauigkeit, insbesondere im Kontext politischer Debatten.

Twitter Icon Facebook Icon Teile diesen Artikel

Empfohlene Artikel