Doppelbanger: Warum manche queeren Paare sich so ähnlich sehen

Vielleicht ist dir schon einmal aufgefallen, dass manche Paare sich erstaunlich ähnlich sehen. Derselbe Kleidungsstil, dieselben Frisuren, dieselben Gesichtsausdrücke und manchmal sogar auffallend ähnliche körperliche Merkmale. Besonders bei lesbischen oder schwulen Paaren fällt diese Ähnlichkeit manchmal auf. Ist das Zufall oder passiert tatsächlich etwas, wenn Menschen längere Zeit zusammen sind?

Die körperliche Ähnlichkeit zwischen Partnern wird schon seit längerer Zeit erforscht. Im Laufe einer Beziehung können Menschen sich zudem in bestimmten Punkten ähnlicher werden – etwa durch einen gemeinsamen Lebensstil, Gewohnheiten und die sogenannte empathic mimicry: Wir übernehmen unbewusst bestimmte Verhaltensweisen und Gesichtsausdrücke unseres Partners. Doch das ist nicht die einzige Erklärung.

In einer Studie aus dem Jahr 2013 wurden den Teilnehmenden Bilder des Gesichts ihres romantischen Partners gezeigt. Dabei wurde das Gesicht des Partners entweder mit dem Gesicht einer unbekannten Person oder mit dem eigenen Gesicht kombiniert. Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Teilnehmenden bewerteten die zusammengesetzten Gesichter, in die ihre eigenen Gesichtszüge eingeflossen waren, als am attraktivsten.

Zachary Zane, Sex- und Beziehungsexperte beim Sexspielzeughändler Velvet Brands, sagt, dass Ähnlichkeit mit Anziehung zu tun haben kann. Mitchell, ein LGBTQ+-inklusiver Psychologe und Gründer von Emotions Therapy Calgary, erklärte, dass Ähnlichkeit sich vertraut anfühlen kann, noch bevor wir jemanden attraktiv finden. Menschen, die uns ähnlich sehen, können sich dadurch besonders vertraut und angenehm anfühlen.

Für dieses Phänomen hat sich der Begriff „Doppelbanger“ etabliert – ein queerer Dating-Begriff für Menschen, die sich zu Partnern hingezogen fühlen, die ihnen ähnlich sehen. Kein Grund zur Sorge: Es ist kein Problem, jemanden zu daten, der einem selbst ähnelt. Die Grenze wird erst dann überschritten, wenn jemand sich ausschließlich darauf konzentriert, eine Kopie seiner selbst zu finden, und andere Eigenschaften ignoriert, die in einer Partnerschaft wichtig sind.

Die LGBTQIA+-Community kennt noch weitere Begriffe dieser Art, die Paare beschreiben, die außerhalb traditioneller Beziehungs- und Geschlechterrollen stehen. In einer lesbischen Beziehung wird beispielsweise manchmal gefragt, wer „der Mann“ sei – obwohl es dort gar keinen Mann gibt. Queere Paare ziehen außerdem möglicherweise schneller zusammen, wie der Begriff „U-Haul-Lesbians“ beschreibt.

Wenn du und dein Partner also immer häufiger die gleichen Kleidungsstücke tragen, dieselben Gesichtsausdrücke haben und andere euch für Geschwister halten: keine Panik. Ihr seid wahrscheinlich nicht plötzlich genetisch miteinander verwandt. Gemeinsame Gewohnheiten, Vorlieben und Verhaltensweisen können dazu führen, dass Partner sich mit der Zeit ähnlicher werden.

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